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So funktioniert Ankerpunkt

Worum geht's?

Ankerpunkt ist für Gespräche, die sich festgefahren haben. Ihr redet ganz normal miteinander - im Hintergrund wird der Verlauf analysiert, und zwischendurch bekommt ihr ein paar kurze, private Hinweise: wo's gerade am eigentlichen Thema vorbeigeht, wo jemand ausweicht, was wirklich dahintersteckt. Am Ende gibt's ein kurzes Fazit zum ganzen Gespräch.

Zwei Modi

Zwei Geräte: jede Person hat ihr eigenes Handy oder ihren Laptop, verbunden über einen Code - praktisch, wenn ihr nicht am selben Ort seid oder lieber getrennt eure eigenen Hinweise seht.

Ein Gerät: ihr sitzt zusammen an einem Gerät und tippt einfach an, wer gerade spricht - wie eine Schachuhr.

So läuft ein Gespräch ab

  1. Konto anlegen und mit 1 € aufladen - reicht erfahrungsgemäß für mehrere Gespräche.
  2. Gespräch starten (ihr bekommt einen Code) oder mit einem Code beitreten - die andere Person bestätigt kurz euren Beitritt.
  3. Mikro gedrückt halten und reden (im Ein-Gerät-Modus: antippen, wer gerade spricht).
  4. Nach ein paar Sätzen tauchen unter "Für dich" die ersten Hinweise auf.
  5. Oben steht der aktuelle Ankerpunkt - worum's gerade eigentlich geht.
  6. Fertig? "Abschließen" antippen für ein kurzes Fazit.

Ein Beispiel aus der Praxis

So sieht ein echter Gesprächsverlauf aus - Mia und Jonas klären, warum er am Samstag kurzfristig abgesagt hat:

Zwei Geräte Ein Gerät

Gespräch auf einem Gerät

Modus wählen, Namen eintragen, los geht's.

⚓ Aktueller Ankerpunkt: Absage am Samstag ohne Vorwarnung

Für dich

Ausweichen Jonas, du gehst auf Mias Kritik nicht ein - sie sagt, es war schon das dritte Mal. Hör hin, was sie wirklich sagt.
Während des Gesprächs: oben der aktuelle Ankerpunkt, darunter ein Hinweis - nur für die Person, die er betrifft.

Abschluss-Feedback

Mia und Jonas haben ein gutes Beispiel für konstruktive Konfliktklärung gezeigt. Mia brachte ihr Unbehagen klar ein, ohne zu verallgemeinern, und Jonas nahm die Kritik ernst, statt sich zu verhärten. Das Gespräch blieb fokussiert und führte schnell zu einer konkreten Lösung.

Am Ende: ein kurzes, ehrliches Fazit zum ganzen Gespräch.

Die Arten von Hinweisen

Nicht jeder Hinweis ist gleich - es gibt vier verschiedene Arten, hier alle einmal im Überblick:

Alle Hinweis-Arten

Themen-Drift Moment - eben ging's noch um die Verabredung, jetzt seid ihr beim Aufräumen. Zurück zum eigentlichen Punkt?
Ausweichen Du gehst gerade nicht auf die Frage ein, sondern kommst mit einem Gegenvorwurf.
Eskalation Der Ton wird gerade schärfer - kurz durchatmen, bevor's weitergeht.
Bedürfnis Könnte es sein, dass es dir dabei eigentlich um mehr Verlässlichkeit geht?
Themen-Drift, Ausweichen, Eskalation und Bedürfnis - meistens taucht davon höchstens einer gleichzeitig auf, "Bedürfnis" sogar nur ganz selten, wenn sich über das ganze Gespräch hinweg ein klares Muster zeigt.
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